Bodengleiche Dusche nachträglich einbauen: Das müssen Sie beachten

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Sie planen gerade eine Sanierung Ihres Badezimmers und möchten für das neue Bad nachträglich eine bodengleiche Dusche einbauen? Damit dabei alles so läuft, wie Sie es sich vorstellen und Sie nach Fertigstellung keine bösen Überraschungen erleben, haben wir für Sie hilfreiche Tipps und Hinweise für den nachträglichen Einbau einer ebenerdigen Dusche.

bodengleiche dusche neu eingebaut

Bis zum neurenovierten Bad mit bodengleicher Dusche ist es ein weiter Weg – aber er lohnt sich.

Vorteile einer bodengleichen Dusche

Eine ebenerdig eingebaute Dusche sieht nicht nur modern aus, sie bietet zudem folgende Vorteile:

  • erhöhte Bewegungsfreiheit durch mehr Platz im Bad
  • einfacher Ein- und Ausstieg
  • barrierefreies Duschen
  • leichte Reinigung der Dusche
  • einheitliches Gesamtbild des Badezimmers
  • größer wirkender Raum
  • zeitloses Design
baustelle im badezimmer und separater toilette

Aus Alt mach Neu: Bietet ihr Badezimmer die richtigen Voraussetzungen für einen Umbau?

Das sollten Sie beim Einbau einer bodengleichen Dusche beachten

Bevor Sie mit dem nachträglichen Einbau Ihrer bodengleichen Dusche beginnen, sollten Sie überprüfen, ob in Ihrem Bad alle Grundvoraussetzungen für den Einbau gegeben sind. Können Sie folgende Fragen mit „Ja“ beantworten, steht dem Einbau eigentlich nichts mehr im Weg:

  • Ist die Aufbauhöhe des Bodens ausreichend?
  • Ist ein Warm- und Kaltwasseranschluss für die Armaturen vorhanden?
  • Ist eine Abflussleitung nutzbar?

Sind Sie sich bei der einen oder anderen Frage nicht ganz sicher, hilft es, sich bereits an diesem Punkt Rat vom Fachmann zu holen.

Was ist die Aufbauhöhe?
Als Aufbauhöhe wird die Stärke des vorhandenen Bodens bezeichnet. Dazu zählen Isolierung, Estrich, Rohdecke und Rohboden sowie der Bodenbelag (im Bad meist Fliesen) und gegebenenfalls die vorhandene Fußbodenheizung.
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Vor dem Einbau der bodengleichen Dusche muss restlos alles raus.

Maßnahmen vor dem Einbau

Um Ihre bodengleiche Dusche nachträglich richtig professionell einzubauen, sollten Sie vor dem Start des Einbaus unbedingt folgende Renovierungsmaßnahmen umgesetzt haben:

  • Alte Sanitäreinrichtungen entfernen und fachgerecht entsorgen.
  • Abwasserleitungen fehlerfrei anpassen oder verlegen
  • Ablaufsystem fachmännisch einbauen lassen
  • Bei Bedarf: Estrich auftragen
  • Nach Bedarf: Wandfliesen und Fugen erneuern
  • Neuen Bodenbelag verbauen
  • Armaturen montieren
  • Fugen zwischen Wand und Boden abdichten
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Nach und nach entsteht Ihr neues Duschparadies – modern und ganz nach Ihrem Geschmack.

Bodengleiche Dusche einbauen

Wenn Sie eine bodengleiche Dusche nachträglich einbauen wollen, stehen Sie vor verschiedenen Herausforderungen. Sie müssen

  • die Dusche so tief wie technisch möglich setzen und
  • dabei möglichst flache Abläufe oder Duschrinnen verwenden, um das nötige Gefälle im Ablaufrohr zu gewährleisten. Dann kann das Wasser einwandfrei abfließen.

Da nicht jedes ältere Badezimmer die gleichen Grundvoraussetzungen für den nachträglichen Einbau einer ebenerdigen Dusche bietet, finden Sie im Folgenden nützliche Hinweise für die Sanierung von Bädern mit Duschwanne oder Badewanne bis hin zu einem Bad mit bodengleicher Dusche und für den Umbau von Bädern ganz ohne Dusche in ein Badezimmer mit ebenerdiger Dusche. Und wir geben wichtige Informationen für den Einbau von Ablauf und Duschrinne.

Duschwanne zu ebenerdiger Dusche umbauen

Haben Sie eine Duschwanne und möchten Ihr Bad mit einer bodengleichen Dusche neu aufteilen, müssen Sie zu allererst beachten, ob Ihre Wunschaufteilung technisch überhaupt machbar ist. Das hängt hauptsächlich von der Aufbauhöhe ab. Wie hoch diese ist, können Sie entweder den Bauzeichnungen von Ihrem Wohnhaus entnehmen oder Sie beauftragen einen Fachmann dafür. Für die technisch einwandfreie Umsetzung hängt ein Großteil ebenfalls von der (möglichen) Platzierung der Ablaufrohre ab. Im besten Fall lassen Sie in Ihrem Badezimmer die Toilette dort, wo sie bereits eingebaut ist.

Da sich WCs meistens in der Nähe des Fallrohres befinden, kann eine Toilette nur dann versetzt werden, wenn das Ablaufrohr in Vormauerungen oder zum Beispiel hinter der Badewanne mit ausreichendem Gefälle zum Fallrohr verlegt werden kann. Das Gefälle der Ablaufleitungen zum Fallrohr spielt auch für bodengleiche Duschen und Duschrinnen eine wichtige Rolle. So ist bei einer bodengleichen Dusche ein Gefälle vom Ablaufrohr zum Fallrohr von 1 bis 2 Prozent erforderlich. Für den gesamten Duschbereich gilt das Gleiche: 1 bis 2 Prozent Neigung sollten für den nachträglichen Einbau einer bodengleichen Dusche unbedingt vorhanden sein.

Umbau Badewanne zu bodengleicher Dusche

Grundsätzlich gelten beim Umbau von der Badewanne zur bodengleichen Dusche die gleichen Voraussetzungen wie beim Umbau einer Duschwanne. Allerdings empfiehlt es sich, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Knowhow und das richtige Werkzeug sind hier unabdingbar. Nicht in jedem Badezimmer lässt sich nach dem Entfernen der Badewanne eine bodengleiche Dusche einbauen. Installateure oder versierte Heimwerker können diese Wahrscheinlichkeiten einschätzen und bereits vor dem Sanierungsbeginn mögliche Hindernisse erkennen.

Von Vorteil ist, dass die Kalt- und Warmwasserleitungen bereits vorhanden sind und die Anschlüsse meist relativ einfach höher gelegt werden können. In unserem Video ist anschaulich dargestellt, welche Schritte Sie beim Einbau einer bodengleichen Dusche im Badezimmer mit Badewanne nacheinander ausführen sollten und wie die Umsetzung aussehen kann:

Tipp: Klären Sie die Frage nach der ausreichenden Aufbauhöhe für einen einwandfreien Ablauf in jedem Fall – für jegliche Art des Umbaus Ihrer Badewanne oder Dusche – mit einem Fachmann.

Ebenerdige Dusche nachträglich in ein Badezimmer ohne Dusche einbauen

Steht in Ihrem Badezimmer bereits eine Badewanne und Sie möchten zusätzlich eine bodengleiche Dusche nachträglich einbauen, dann lassen sich die Wasserleitungen bis zur neuen ebenerdigen Dusche verlängern und eventuell der Ablauf der Badewanne für die Dusche mitnutzen. Für die optische Vergrößerung Ihres Badezimmers empfehlen wir Duschkabinen aus Glas für Ihre bodengleiche Dusche.

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Frisch renoviertes Badezimmer mit bodengleicher Dusche und neuer Badewanne.

Ablauf und Duschrinne: Was Sie beim Wasserablauf beachten müssen

Wichtig beim Umbau einer Duschwanne zur bodengleichen Dusche ist die Aufbauhöhe des Duschabflusses. Wenn sich unterhalb Ihres Badezimmers kein Raum wie ein Keller oder ähnliches befindet, durch den sich die Abläufe leiten lassen, muss alles in den Boden einbaubar sein. Ältere Duschwannen sitzen oft höher, weswegen auch die Ablaufrohre häufig höher sitzen und direkt unter der Duschwanne verlaufen. Daher müssen Sie alles, was mit Höhe und Gefälle Ihrer Ablaufrohre und Leitungen zu tun hat, sorgfältig prüfen (lassen). Um einen Ablauf über ein bereits vorhandenes Ablaufrohr, beispielsweise das der Toilette, zu ermöglichen, bieten Hersteller wie Geberit Lösungen wie den „Kombibogenabzweig“, mit dem Sie unterhalb des WC-Anschlusses für den Ablauf ein Ablaufrohr Ihrer bodengleichen Dusche ins Fallrohr leiten können. Einige Firmen bieten auch Pumpen an, die das Wasser von niedriger gelegenen Abflüssen in bodengleiche Duschen hochpumpen, so dass es über das höherliegende Abflussrohr ablaufen kann.

Sie haben aber auch die Möglichkeit, das Wasser über eine Duschrinne, einen Wandablauf oder einen Punktablauf abfließen zu lassen.

Wandablauf

Der Vorteil eines Wandablaufs besteht in erster Linie darin, dass er eine geringere Aufbauhöhe benötigt. Das ist möglich, da er direkt an den Duschbereich anschließt. Eine Duschrinne sitzt hingegen unter dem Duschbereich. Somit sitzt auch ihr Ablaufanschluss gemeinhin tiefer als bei einem Wandablauf. Für den Einbau eines Wandablaufs gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Einbau in die Wand: Hierfür ist eine ausreichende Stärke beziehungsweise Dicke der vorhandenen Wand zwingend erforderlich. Wie dick die Wand für Ihr Vorhaben sein muss, kann Ihnen ein Installateur oder versierter Heimwerker sagen.
  2. Integration in eine Vormauerung oder Vorwandinstallation: Dies ist die häufigere Variante, bedeutet aber immer einen Platzverlust.
Was ist eine Vormauerung?
vormauerung-grafikDabei werden die Ablaufrohre hinter einer Vorwand „versteckt“. Ihr Badezimmer bekommt quasi eine kleine Wand mehr.

Duschrinne

Duschrinnen werden meist an der Wand oder als Teilungselement zwischen Dusche und restlichem Badezimmer eingesetzt. Sie sind optisch eher unauffällig. Für den sicheren Wasserabfluss ohne Überschwemmungen sollte das Gefälle für Duschrinnen an der Wand mindestens 1 Prozent betragen und beim Einbau als Raumteiler mindestens 2 Prozent. ­Nur so kann das Überlaufen des Duschwassers in das restliche Badezimmer verhindert werden. Wichtig beim Einbau der Duschrinne ist, dass der Ablauf groß genug gewählt wird, damit er möglichst viel Wasser aufnehmen kann. Ist Ihre Duschwanne rund oder halbrund, fügt sich ein Punktablauf optisch besser in Ihr Badezimmer ein.

Punktablauf

Auch für bodengleiche Duschen gibt es Bodenabläufe ähnlich denen von Duschwannen. Viele Hersteller bieten besonders flache Abläufe für ebenerdige Konstruktionen an. Sowohl Punktabläufe als auch Duschrinnen können mit der gleichen Ablaufleitung eingesetzt werden. Denn die Ablaufleistung hängt vornehmlich mit dem verbauten Ablaufsystem zusammen und nicht mit dem gewählten Ablauf. Bei halbrunden und dreieckigen Duschwannen setzt ein Punktablauf optisch einen schönen Akzent.

Verschiedene Duschen und Einbaumöglichkeiten finden Sie übrigens auch in unserem Online Shop. Möchten Sie eine bodengleiche Dusche nachträglich in Ihr Badezimmer einbauen, finden Sie in unseren Ratgebern zur Badplanung hilfreiche Tipps und Anleitungen, um die Neugestaltung Ihres Bads zu vereinfachen.

Bilder: © duschenprofis.de / skonto.net GmbH

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