Trockenbau im Bad – Das sollten Sie beachten!

Badezimmer wird im Trockenbau saniert

Der Trockenbau ist aus der Badsanierung und -modernisierung nicht mehr wegzudenken. Doch welche Vor- und Nachteile hat diese Bauweise und worauf müssen Sie speziell bei der Umsetzung im Badezimmer achten? Wir haben Ihnen alle relevanten Informationen zum Thema zusammengestellt und geben Tipps, woran Sie beim Trockenbau mit Dusche, WC und Co. denken müssen.

Was ist Trockenbau?

Trockenbau ist eine Leichtbauweise und eignet sich daher bestens für den flexiblen Innenausbau von Wand, Decke und Boden. Die Grundlage dieser Bautechnik ist die Verwendung von trockenen Baustoffen. Lediglich bei der Bearbeitung der Oberflächen können wasserhaltige Materialien wie Spachtelmasse oder Putz zum Einsatz kommen. Alle Bauteile werden bereits im Vorfeld industriell gefertigt und anschließend durch Schrauben oder Stecken miteinander verbunden. Die Unterkonstruktion besteht meist aus Metall oder Holz und wird mit Bauplatten verkleidet. Bei den Platten handelt es sich in der Regel um Gipskartonplatten. Es können aber auch Materialien wie Gipsfaser oder Holz verwendet werden.

Bad wird im Trockenbau saniert
Mit Trockenbau flexibel und schnell zum neuen Traumbad!

Trockenbau – ja oder nein?

Trockenbau hat sich in der Raumgestaltung als beliebte Bauweise etabliert. Bevor Sie sich jedoch für einen Trockenausbau Ihres Badezimmers entscheiden, sollten Sie alle relevanten Kriterien beachten und abwägen.

Vorteile von Trockenbau

Dank der hohen Flexibilität der Bautechnik sind Ihren Ideen für die Umgestaltung der eigenen vier Wände kaum Grenzen gesetzt. So können Sie Räume schnell und nach eigenen Wünschen verändern. Selbst ganze Wände können mit wenig Zeitaufwand eingezogen werden.

Die Flexibilität wird in erster Linie durch das anwenderfreundliche System gewährleistet. Alle Bauteile sind aufeinander abgestimmt und lassen sich einfach und schnell montieren. So kommen auch Heimwerker auf ihre Kosten. Allerdings ist in Feuchträumen für Hobby-Handwerker Vorsicht geboten! Gerade im Bad ergeben sich aufgrund der Feuchtigkeit spezielle Anforderungen an den Trockenbau. Daher sollten Sie hier bei Unsicherheiten lieber einen Profi hinzuziehen.

Ohne die Verwendung von wasserhaltigen Baustoffen wie Mörtel und Beton entfallen beim Trockenbau außerdem die langen Trocknungszeiten. Sie können die sanierten Räume somit deutlich schneller wieder beziehen.

Auch hinsichtlich der Raumvorbereitung hält sich der Aufwand beim Trockenbau in Grenzen: Die Platten dürfen direkt auf den alten Wandverkleidungen montiert werden. Somit können Sie sich manche Arbeitsschritte, wie das mühsame Entfernen eines Fliesenspiegels, einfach sparen.

Verabschieden Sie sich außerdem vom Kabelchaos: Wenn Sie sich für die Trockenbauweise entscheiden, können Sie die Kabel in den Hohlräumen hinter den Platten problemlos verstecken. Gerade im Bad eröffnet Ihnen das die Möglichkeit, Sanitärgegenstände wie Dusche und Waschbecken anders als bisher zu platzieren und dem Raum damit eine völlig neue Wirkung zu geben.

Vater und Tochter im Bad beim Zähneputzen.
Dank Trockenbau kann im neuen Bad schnell wieder Alltag einkehren.

Nachteile von Trockenbau

Bei der Entscheidung für oder gegen den Trockenbau, müssen Sie auch ein paar Einschränkungen beachten:

Durch die Leichtbauweise haben die Wände eine geringere Tragkraft. Im Bad können daher schwere Badarmaturen nur an Trägergestellen befestigt werden und auch ein gewünschter Fliesenspiegel kann problematisch werden. Abhilfe können Sie hier durch eine Doppelbeplankung schaffen und dadurch die Tragkraft der Wand erhöhen. Dies kann auch im Bereich der Wandbefestigung Ihrer neuen Duschkabine wichtig sein.

Was ist eine Doppelbeplankung?

Das Anbringen von Gipskartonplatten an die Unterkonstruktion nennt man
„Beplankung“. Bei einer Doppelbeplankung werden zusätzlich zur ersten Plattenschicht
entweder horizontal oder vertikal weitere Gipskartonplatten angebracht.
Wichtig ist, dass die Platten versetzt zur ersten Schicht befestigt werden.
Es empfiehlt sich außerdem die erste Plattenschicht der Beplankung zu
verspachteln. Eine Doppelbeplankung hat große Vorteile für die Belastbarkeit,
den Schallschutz und auch den Brandschutz der Wände.

Auch der Schallschutz lässt beim Trockenbau zu wünschen übrig. Der Schall breitet sich durch die Leichtbauweise und die Hohlräume hinter den Gipskartonplatten schnell aus. Eine Verbesserung kann durch Doppelbeplankung, Entkopplung der Wände durch spezielle Entkopplungsbänder oder die Ummantelung von Rohren und Leitungen erzielt werden. Auch Mineralwolle als Dämmstoff zwischen zwei Plattenschichten fördert den Schallschutz.

Insbesondere Besitzer von kleinen Badezimmern sollten sich zusätzlich darüber bewusst sein, dass durch Trockenbauwände Platz verloren geht. Vor allem bei einer Doppelbeplankung kann dies zu relevanten Einbußen in der Raumgröße führen.

Alle Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile von Trockenbau Nachteile von Trockenbau
  • Individuelle Umgestaltung von Räume können schnell und individuell umgestaltet werden
  • Anwenderfreundlich
  • Keine langwierigen Trocknungszeiten
  • Kann auf bestehender Wandverkleidung montiert werden
  • Ordentliche Kabelunterbringung möglich
  • Geringe Tragfähigkeit der Platten
  • Kaum Schallschutz
  • Platzeinbußen

Trockenbau im Badezimmer

Das Badezimmer hat als Feuchtraum besondere Anforderungen an den Trockenbau. Feuchtigkeit und eine hohe Belastbarkeit der Wände durch Badarmaturen erschweren den Umbau und erfordern daher spezielle Materialien und Techniken. Im Folgenden geben wir Ihnen einige Ratschläge mit an die Hand, worauf Sie bei Ihrer Badsanierung besonders achten sollten:

Der Einsatz von Vorwandinstallationen

Im Badezimmer gehören Vorwandinstallationen schon fast zum guten Ton. Dabei handelt es sich um eine spezielle Ausbauform des Trockenbaus, bei der Wasser- und Abwasserleitungen der jeweiligen Sanitärgegenstände mithilfe von Montageelementen direkt auf der Wand montiert werden. Abschließend wird die Konstruktion mit Gipskartonplatten verkleidet. So werden Rohre und Anschlüsse für Sie unsichtbar. Außerdem können Dusche, WC und Co. auf diese Weise problemlos an anderer Stelle als bisher im Raum platziert werden. Da die Vorwandinstallationen meist nicht die komplette Raumhöhe einnehmen, können sie nach der Beplankung zusätzlich als Ablagefläche dienen. Vorwandsysteme erleichtern Ihnen somit die Installation von Badarmaturen und können problemlos beim Trockenbau in das Raumbild integriert werden.

Aber Achtung: Halbhohe, durchgehende Vorwände im Bereich der Dusche bedingen unter Umständen die Maßanfertigung Ihrer Duschkabine mit einer Glas-Ausklinkung. Abhilfe können hier unsere Duschen mit Innentüren schaffen, die neben der Vorwand angebracht werden können.

Vorwandinstallation beim Trockenbau im Bad
Vorwandinstallationen lassen Rohre und Anschlüsse erfolgreich verschwinden.

Die Unterkonstruktion – Metall oder Holz?

Das Ständerwerk spielt beim Trockenbau eine entscheidende Rolle, da es den Gipskartonplatten den nötigen Halt verleiht. Hierbei zählt in erster Linie die Bauweise der Unterkonstruktion und nicht die Art des Materials. Eine Metallkonstruktion bietet bei einer Badsanierung jedoch den Vorteil, dass sie über fertige Aussparungen für Installationen verfügt und es passende Systeme für schwere Badarmaturen wie hängende WCs oder Waschtische gibt.

Die Wahl der richtigen Gipskartonplatten

Es gibt vier verschiedene Arten von Gipskartonplatten:

  • Standard-Platten
  • Imprägnierte Platten
  • Feuerbeständige Platten
  • Spezialplatten

Obwohl Gips sehr anfällig auf Feuchtigkeit reagiert, sind kernimprägnierte Platten für den Trockenbau im Bad nicht vorgeschrieben. Sie sind aber empfehlenswert. Grundsätzlich gilt: Solange das Badezimmer gut belüftet ist, können Sie auch Standard-Platten für den Umbau des Bades verwenden. Lediglich beim Trockenbau in der Dusche und auch in der Decke sollten Sie zwingend imprägnierte Gipskartonplatten einsetzen, um Schäden durch Feuchtigkeit vorzubeugen.

Eine weitere Möglichkeit sind Gipsfaserplatten. Sie sind feuchtigkeitsresistenter und stabiler als andere Gipsplatten-Varianten, allerdings auch deutlich kostenintensiver.

Verschiedene Gipskartonplatten im Baumarkt für Trockenbau im Bad
Beim Kauf von Gipskartonplatten kommt es immer auf die jeweiligen Raumbedürfnisse an.

Rostgefahr – Vorsicht bei den Schrauben!

Auch die Wahl der Schrauben ist beim Trockenbau im Badezimmer ein relevanter Faktor. Für die Verschraubung der Gipskartonplatten mit der Unterkonstruktion sollten Sie spezielle Trockenbauschrauben, auch Schnellbauschrauben genannt, verwenden. Diese müssen in jedem Fall korrosionssicher sein, um ihre Haltbarkeit zu erhöhen und Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden.

Die korrekte Abdichtung

Eine lückenlose Abdichtung der Gipsplatten ist beim Trockenbau in Feuchträumen das A und O für eine unbeschwerte Zeit nach der Sanierung. Alle Fugen, Übergänge und Anschlüsse müssen sorgfältig vor Feuchtigkeit geschützt werden. Für spritzwassergefährdete Bereiche sollten Sie Dichtbänder und Flüssigdichtfolie verwenden, für den restlichen Raum eignen sich imprägnierter Fugenspachtel und Fugenbänder.

Nasse Fliesen im Bad
Wappnen Sie sich mit der richtigen Abdichtung gegen Feuchtigkeit im Bad!

Verkleidung der Wände – Fliesen, Tapete oder Putz?

Gipsplatten können problemlos mit jeglichem Material verkleidet werden. Wichtig ist, die Platten im Vorfeld mit einer Grundierung zu behandeln. Bei Gipskartonplatten sollten Sie dafür Tiefengrund verwenden. Diese Grundierung basiert auf Alkyd- oder Acrylharz und gleicht so die Saugfähigkeit des Gipses aus.

Bei Fliesen müssen Sie zusätzlich auf die Stabilität der Trockenbauwand achten. Eine Doppelbeplankung ist hierbei sehr empfehlenswert, um die Tragkraft der Wand zu erhöhen. Bei den stabileren Gipsfaserplatten reicht meist eine einfache Beplankung. Zusätzlich sollten Sie bei Fliesen einen speziellen Fliesenkleber auf Epoxidbasis verwenden. Dieser dichtet die Platten zuverlässig ab.

Kosten von Trockenbau im Bad

Trockenbau ist im Vergleich zum Nassbau deutlich preiswerter. Die Frage nach den Kosten für eine Badsanierung im Trockenbau kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden. Zu viele Faktoren beeinflussen den Preis.

Als grobe Orientierung können Sie für die Erstellung einer Trockenbauwand vom Profi mit etwa 40 – 60 Euro/ m² inklusive Materialkosten rechnen. Möchten Sie lieber selbst Hand anlegen, bekommen Sie Standard-Gipskartonplatten schon ab circa 3 Euro/ m² im Baumarkt. Hierbei sollten Sie jedoch auch Ihre eigene Arbeitszeit und zusätzliche Materialkosten miteinrechnen.

Auch die Verwendung verschiedener Materialien kann die Kosten schnell in die Höhe treiben. Imprägnierte Gipskartonplatten sind beispielsweise deutlich teurer als Standard-Gipsplatten.

Unser Tipp: Legen Sie den Umbau in die Wintermonate. Zu diesem Zeitpunkt sind die Preise der Handwerker oft niedriger.

Möchten Sie noch mehr zum Thema Badsanierung erfahren?

Dann lesen Sie auch unsere Artikel „Badgestaltung: So planen Sie Ihr neues Wohlfühlbad“ und „Bad modernisieren: Mit diesen Tipps erstrahlt Ihr Bad in neuem Glanz“.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Planung und Sanierung Ihres neuen Traumbades!

Bilder: Titelbild: © Gettyimages/Ceneri; Bild 1: © Gettyimages/twohumans; Bild 2: © Gettyimages/PeopleImages; Bild 3: © Gettyimages/FluxFactory; Bild 4: © Gettyimages/ronstik; Bild 5: © Gettyimages/Adam Simpson


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