So integrieren Sie Ihr Kind spielerisch in den Haushalt

Kinder helfen im Haushalt

Ihr Kind will nicht im Haushalt helfen? Mit diesen Motivationstipps wird Ihr Kind von Anfang an zur Haushaltsfee. Wir zeigen Ihnen fünf lustige Spielideen, mit denen Putzen zum Abenteuer wird. Lesen Sie außerdem noch weitere hilfreiche Tipps, um Ihr Kind zum Putzen zu motivieren.

Kalkende Wasserhähne, dreckige Toiletten und ein überquellender Wäschekorb – Zeit, einen Putztag einzulegen. Aber wie motivieren Sie Ihre Kinder mitzuhelfen? Gesetzlich ist Ihr Kind jedenfalls zur Mitarbeit verpflichtet:

§ 1619 Bundesgesetzbuch: Kinder müssen im Haushalt helfen

„Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

Kinder zum Putzen zu bewegen, braucht allerdings mehr als ein Gesetz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit etwas Motivationshilfe einen wahren Putzteufel aus Ihrem Kinder machen. Dazu sollten Sie sich zunächst überlegen, was Ihr Kind im Haushalt übernehmen kann und soll.

Welche Aufgaben können Kinder übernehmen?

Je früher Sie Ihr Kind miteinbeziehen, desto besser. So wird es für Ihr Kind selbstverständlich, einen Teil zum Familienleben beizutragen. Überlegen Sie, was Sie Ihrem Kind schon zutrauen können. Wir haben hier ein paar allgemeine Empfehlungen für Sie.

altersgerechte Aufgaben im Haushalt

Altersgerechte Aufgaben für Kinder im Haushalt

2-3 Jahre

Mit zwei bis drei Jahren werden die Kleinen immer mobiler und selbstständiger. Sie wollen vieles ausprobieren und freuen sich, wenn sie es ohne Mamas oder Papas Hilfe schaffen. Diesen Tatendrang kann Ihr Kind auch jetzt schon im Haushalt einbringen. Lassen Sie sich zum Beispiel die Wäscheklammern reichen und üben Sie dabei gleich die Farben. Nach dem Essen kann Ihr Kind außerdem seinen Teller aufräumen. Wenn Ihr Kind ein Spielzeug benutzt hat, kann es das auch wieder zurücklegen. Sie können zum Beispiel vor dem Zubettgehen ein Ritual schaffen, das liegengebliebene Spielzeug aufzuräumen. Damit wird das Aufräumen für Ihr Kind zur Routine.

3-6 Jahre

Mit drei bis sechs Jahren ist Ihr Kind bereits im Kindergarten und übernimmt dort Verantwortung für bestimmte Aufgaben, zum Beispiel den Tisch zu decken. Diese Aufgaben kann Ihr Kind auch zu Hause übernehmen. Wie wäre es mit einer kleinen Gießkanne? Dann kann sich Ihr Kind auch bei der Blumenpflege miteinbringen. Auch Staub wischen ist eine einfache Tätigkeit, die Ihr Kind übernehmen kann. Wenn Sie Haustiere haben, kann Sie Ihr Kind beim Füttern unterstützen. Das ist besonders motivierend, da Ihr Kind die Freude des Haustiers sieht und unmittelbar mit seiner Mithilfe verknüpft.

6-10 Jahre

Im Grundschulalter kann sich Ihr Kind komplett eigenverantwortlich um sein eigenes Zimmer kümmern. Es kann dort Staub saugen und wischen, die Betten beziehen und natürlich das Spielzeug aufräumen. Auch die Wäsche kann es immer direkt in den Wäschekorb legen. Außerdem kann Ihr Kind den Geschirrspüler eigenverantwortlich ein- und ausräumen.

10-18 Jahre

In diesem Alter können Jugendliche auch größere Aufgaben übernehmen und sich zum Beispiel um eine Familienmahlzeit kümmern. Zeigen Sie dem Jugendlichen, wie er die Waschmaschine bedienen kann, sodass er in Zukunft diese Aufgabe übernimmt. Trauen Sie Ihrem Jugendlichen nach und nach mehr zu, zum Beispiel das Badputzen oder größere Einkäufe.

Kleine Kinder spielerisch integrieren

Kleine Kinder integrieren Sie am besten spielerisch in den Haushalt. Die Kinder wollen das Gefühl vermittelt bekommen „Ich werde gebraucht“ und „Das ist wichtig, was ich tue“. Stellen Sie Ihrem Kind deshalb eigene Putzsachen zur Verfügung. Mauro und Livia haben zum Beispiel einen eigenen kleinen Wäscheständer, sodass sie ihre Mama unterstützen können:

Wir haben ein paar Spiele für Sie zusammengestellt, wie Sie Ihr Kind spielerisch an die Hausarbeit heranführen können:

Boden putzen

Machen Sie Ihre Kinder zu Monsterjägern! Überall auf dem Boden tummeln sich kleine Schmutzmonster, die beseitigt werden müssen. Wichtig ist dabei: Immer sehr gründlich putzen, damit die Schmutzmonster keine Chance haben. Ihr Kind sucht die besondere Herausforderung? Dann bauen Sie zusätzliche Regeln ein, zum Beispiel dass die Fliesenfugen nicht berührt werden dürfen.

Socken-Memory

Rot-gelb-gestreift und grün-blau-gepunktet – das passt nicht wirklich zusammen. Aber wo sind dann nur die passenden Socken abgeblieben? Machen Sie mit Ihrem Kind ein Wettrennen, wer die meisten Sockenpaare findet und zusammenlegt.

Badewanne und Dusche reinigen

Setzen Sie Ihr Kind mit einem Schwamm in die Badewanne oder Dusche und lassen Sie es dort werkeln. Der große Vorteil: Dort kann Ihr Kind keine Überschwemmung anrichten. Besonders spannend wird die Aufgabe für Kinder, wenn Sie etwas Schaumbad in das Putzwasser dazugeben und Ihr Kind so die Badewanne zum Schäumen bringen kann.

Kinder, die im Haushalt helfen, sind erfolgreicher

Die amerikanische Wissenschaftlerin Julie Lythcott-Haims hat herausgefunden, wie man Kinder erfolgreich großzieht. Kinder, die im Haushalt helfen, sind demnach später im Beruf erfolgreicher. Sie erkennen zum einen Aufgaben, die erledigt werden müssen, und können zum anderen diese dann auch besser eigenständig lösen.

Waschmaschinenkino

Nichts ist für kleine Kinder so faszinierend wie eine sich drehende Waschmaschinentrommel, wenn der Wasserspiegel in der Waschmaschine langsam steigt und es anfängt, leicht zu schäumen. Machen Sie dieses Ereignis deshalb zum Event und gestalten Sie ein Waschmaschinenkino. Ihr Kind kann Ihnen beim befüllen der Waschmaschine helfen, mit Ihrer Hilfe das Waschmittel dazugeben und – ganz wichtig – selbst den Startknopf drücken. Dann können Sie sich gemeinsam vor die Waschmaschine setzen und das Spektakel beobachten. Das Kind erfährt außerdem: „Das habe ich geschafft. Ich habe die Waschmaschine selbst angemacht.“

Toilettenpapier

Eine leere Klopapierrolle zu wechseln, ist eine einfache Aufgabe, die schon die Kleinsten übernehmen können. Für zusätzliche Motivation kaufen Sie bedrucktes Klopapier. Damit kann es Ihr Kind kaum abwarten, die Rolle zu wechseln.

Ihr Kind bastelt gerne? Dann können Sie mit ihm auch ausmachen, dass es die leeren Rollen behalten darf und Sie daraus zusammen zum Beispiel eine Ritterburg aus Klopapierrollen basteln.

Tipps & Tricks, wie die großen Kinder im Haushalt helfen

Gerade bei größeren Kindern nimmt die Motivation, im Haushalt zu helfen, stetig ab. Doch auch hier gibt es ein paar Tipps, wie Sie Ihr Kind dazu bringen, seinen oder ihren Teil zum Familienleben beizutragen.

Wochenplan

Haushaltsplan für Kinder

Mit dem Haushaltsplan weiß jedes Familienmitglied, was es zu tun hat.

Mit dem Haushaltsplan weiß jedes Familienmitglied, was es zu tun hat.In einer regelmäßigen Familienkonferenz können Sie die anfallenden Aufgaben für die nächste Woche besprechen und verteilen. Lassen Sie Ihrem Kind dabei die Wahl und fragen Sie zum Beispiel: „Möchtest du lieber den Müll runterbringen oder Staub saugen?“ Achten Sie darauf, dass jeder einmal Aufgaben machen darf, die er gerne macht. So vermeiden Sie Streit unter Geschwistern.

Wenn Sie die Aufgaben festgelegt haben, bringen Sie den Plan am besten für jedes Familienmitglied gut sichtbar am Kühlschrank oder einem anderen Ort an. Erledigte Aufgaben kann Ihr Kind dann durchstreichen oder abhaken, sodass jeder weiß, was schon gemacht wurde. Außerdem ist es sehr motivierend, eine erledigte Aufgabe streichen zu können.

Hier finden Sie den Wochenplan als PDF zum Herunterladen:

Lostopf

Statt einem Wochenplan können Sie auch einen Lostopf vorbereiten. Schreiben Sie die Aufgaben für Ihr Kind auf Zettel und füllen Sie die Zettel in einen Behälter, zum Beispiel einen Topf. Ihr Kind zieht dann ein bis zwei Aufgaben, die es erledigen muss. Achten Sie am besten darauf, dass die Aufgaben ungefähr denselben Arbeitsaufwand haben, sodass sich unter Geschwistern niemand benachteiligt fühlt.

Gemeinsam Regeln erarbeiten

Regeln im Haushalt

Was ist Ihnen im Haushalt wichtig? Erarbeiten Sie mit Ihren Kindern Regeln für den Haushalt.

Regeln, die gemeinsam auf der Familienkonferenz erarbeitet wurden, werden von Kindern oftmals besser akzeptiert. Setzen Sie sich deshalb als Familie zusammen und fragen Sie Ihr Kind, was wichtig ist, damit das Familienleben geregelt ablaufen kann. Auf was sollte jeder achten, damit sich kein anderes Familienmitglied ärgern muss? Machen Sie den Bezug zum Haushalt deutlich und geben Sie Ihrem Kind durch ein Beispiel Hilfestellung. Mögliche Antworten Ihres Kindes könnten sein: Jeder muss seine dreckige Wäsche in den Wäschekorb schmeißen. Oder: Jeder soll den Zahnputzbecher an seinen Platz zurückstellen. Lassen Sie Ihr Kind ein Plakat mit den Regeln gestalten und formulieren Sie mit Ihren Kindern die Regeln so konkret wie möglich. Statt „Ich hinterlasse das Badezimmer ordentlich“ schreiben Sie: „Ich achte darauf, keine Haare im Waschbecken liegen zu lassen.“ So weiß Ihr Kind genau, was von ihm erwartet wird.

Am besten unterschreiben alle Familienmitglieder darauf, sodass klar ist: An diese Regeln halten wir uns. Das fertige Plakat können Sie dann aufhängen.

Putzen als Ritual

Letztlich ist es am wichtigsten, dass Sie das Putzen als festes Ritual in das Familienleben integrieren. So wird es für Ihr Kind zur Selbstverständlichkeit zu helfen. Sie können auch feste Putztage einplanen, an denen sich die ganze Familie gemeinsam um den Haushalt kümmert.

Beachten Sie außerdem:

  • Halten Sie sich an das, was Sie auch von Ihrem Kind erwarten (Stichwort: Vorbildfunktion).
  • Geben Sie klare Anweisungen. Gerade kleinen Kindern sollten Sie nur eine Anweisung nach der anderen geben.
  • Legen Sie Ihren Perfektionismus ab und korrigieren Sie Ihr Kind nicht, da das für Ihr Kind sehr demotivierend sein kann.
  • Planen Sie für den Haushalt mehr Zeit ein und vermeiden Sie es, Dinge selbst zu machen, weil es schneller geht. Ihr Kind braucht Zeit, die Dinge zu lernen. Später werden Sie davon profitieren.

Und denken Sie immer daran: Letztendlich geht es darum „Kinder einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren“, wie Prof. Hüther in diesem Video sagt.

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Bildnachweis: Titelbild © gettyimages/evgenyatamanenko

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