Wohnraumanpassungsberatung – Wie funktioniert’s?

Barrierefreies Badezimmer

Möglichst lange zu Hause wohnen bleiben und die Selbstständigkeit bewahren – das ist der Wunsch vieler Menschen. Doch wie wird der Wunsch Realität? Die Wohnberatung hilft weiter. Informieren Sie sich jetzt, wie eine Wohnraumanpassungsberatung für ein barrierefreies Badezimmer abläuft und lesen Sie die wertwollen Tipps von Wohnberaterin Anja Schwarz, wie Sie schon mit kleinen Hilfsmitteln die Badroutine erleichtern.

Wohnraumanpassungsberatung – Wie funktioniert’s?

Die Wohnraumanpassungsberatung (kurz: Wohnberatung) hilft Ihnen dabei, Ihr barrierefreies Badezimmer zu planen oder auch andere Wohnräume barrierefrei zu gestalten. Wohnberaterin Anja Schwarz vom DRK-Kreisverband Stuttgart e.V. erklärt, wie diese Beratung abläuft.

Frühe Planung lohnt sich!

Wir haben Wohnberaterin Anja Schwarz gefragt, ab wann man sich Gedanken über ein barrierefreies Bad machen sollte. Ihre Antwort: „so zeitig wie möglich“. Bereits beim Kauf oder Bau Ihrer Immobilie sollten Sie laut der Wohnberaterin an ein barrierefreies Badezimmer denken. So können Sie aktiv mitentscheiden, wie Ihr Badezimmer aussehen soll und können es im Notfall sofort benutzen, ohne auf lange Umbauarbeiten warten zu müssen.

Finden Sie Ihren regionalen Ansprechpartner

Sind Sie an einem Badumbau interessiert? Deutschlandweit gibt es regionale Wohnberatungsstellen, die Sie nutzen können. Auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnraumanpassung e.V. finden Sie eine Liste mit den regionalen Ansprechpartnern.

Dort erhalten Sie:

  • neutrale und unabhängige Beratung
  • Bedarfsgerechte und individuelle Lösungen
  • Hinweise zur Finanzierung
  • Begleitung des Umbaus

Schritt für Schritt zum neuen Badezimmer

Nachdem Sie einen regionalen Ansprechpartner kontaktiert haben, sind Sie Ihrem barrierefreien Bad schon einen Schritt nähergekommen. Die Wohnberater besichtigen dann Ihr Badezimmer und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Lösung, die Ihren Bedürfnissen entspricht. Anja Schwarz erklärt uns, wie das abläuft:

„Im Gespräch mit dem Kunden werden häufig mehrere Ideen und Lösungsvorschläge entwickelt: Diese beziehen Hilfsmittel, bauliche Anpassungen oder aber auch die Anpassung der Raumgeometrie mit ein. Abschließend werden alle Inhalte in einem Bericht zusammengefasst. Auch Hinweise zur Finanzierung beziehungsweise ein Finanzierungskonzept werden erarbeitet.“

Nach der Beratung kann es dann losgehen: Sie suchen sich die Handwerker aus, mit denen Sie zusammenarbeiten möchten. Gemeinsam mit den Handwerkern erarbeiten Sie die Feinplanung, die dann so von den Fachleuten umgesetzt werden kann. Fragen Sie bei Ihrer regionalen Wohnberatung nach, inwiefern der Umbau begleitet wird.

So könnte Ihr barrierefreies Traumbad dann aussehen:

Gut zu wissen: Bei der Wohnraumanpassungsberatung arbeiten Sozialpädagogen, Psychologen, Architekten und Handwerker Hand in Hand. Dennoch ist die Wohnberatung nur eine erste Anlaufstelle, die laut Anja Schwarz „Empfehlungen als Hilfe zur Selbsthilfe“ ausspricht. Die Detailplanung wird schließlich vom Fachplaner übernommen.

Tipps der Wohnberaterin Anja Schwarz

Auch wenn jedes Badezimmer ganz individuellen Bedürfnissen gerecht werden soll, hat Anja Schwarz doch ein paar allgemeine Tipps für Ihr barrierefreies Badezimmer.

Wählen Sie das richtige Bauunternehmen

Damit Sie nicht zu lange auf Ihr barrierefreies Badezimmer warten müssen und der Umbau stressfrei gelingt, empfiehlt Anja Schwarz:

„Wir raten einen Bauleiter oder eine Firma zu wählen, die Leistungen aus einer Hand anbietet, damit alle Gewerke entsprechend gut koordiniert werden. Der Vorteil ist, dass man einen Ansprechpartner im Verlauf des Umbaus hat, mit dem man sich direkt auseinandersetzen kann.“

Übrigens: Informieren Sie sich bei der Wohnberatung oder im Internet über Handwerksbetriebe, die einen staubfreien Umbau anbieten und den Baubereich nach dem Umbau auch komplett reinigen.

Bodengleiche Duschen dürfen im barrierefreien Bad nicht fehlen

In einem barrierefreien Badezimmer sollten Sie sich auch mit körperlichen Einschränkungen so selbstständig wie möglich bewegen können. Anja Schwarz rät daher:

„In einem barrierefreien beziehungsweise bedarfsgerechten Bad sollten auf keinen Fall eine bodengleiche Dusche und ein unterfahrbares Waschbecken fehlen. Wichtig ist es, besonders bei Vorwandinstallationen Traversenflächen (das heißt, tragende Balken) einzuplanen. Dies ermöglicht nachträglich das Anbringen von Haltegriffen, die nur an massiven Wänden angebracht werden können. Das WC kann in der Sitzhöhe bereits von Anbeginn erhöht werden. Dann fällt es später im Alter nicht schwer, sich vom WC zu erheben.“

Hier sehen Sie, was Sie sonst noch in einer barrierefreien Wohnung brauchen:

Badroutine erleichtern

Ihr Badumbau muss noch eine Weile auf sich warten lassen? Mit ein paar Hilfsmitteln klappt die tägliche Badroutine dennoch. Anja Schwarz hat diese Tipps für Sie:

„Kommt man beispielsweise nicht mehr in die Badewanne, kann ein Badewannenbrett oder ein Badewannenlifter mit geschickt installierten Haltegriffen eine Unterstützung sein. Um das Haarewaschen zu erleichtern, kann am Waschbecken eine Armatur mit Brauseschlauch oder aufgesetztem Brauseschlauch zum Einsatz kommen. Ein Stuhl vor dem Waschbecken ermöglicht dabei das Absetzen.“

Barrierefreiheit mit Stil

Mit den Tipps der Wohnberatung steht Ihrem barrierefreien Badezimmer nichts im Weg. Und das Beste: Auch bei einem barrierefreien Badezimmer müssen Sie nicht auf Ästhetik verzichten. In unserem Artikel barrierefreies Bad planen finden Sie Ideen für Ihr schönes barrierefreies Badezimmer. Außerdem informieren wir Sie in dem Artikel über Zuschüsse und DIN-Richtlinien.

So könnte Ihr barrierefreies Badezimmer mit Stil aussehen:

Lassen Sie sich außerdem von unseren bodengleiche Duschen inspirieren. Sie überzeugen nicht nur durch ihre Barrierefreiheit, sondern auch durch ein ansprechendes Design. Die Duschen sind ein Plus für jedes moderne Badezimmer.

Bildnachweis: Bild 1: ©gettyimages/cmannphoto

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